Jahrestag 2014

Aufruf zu bundesweiter Plakatieraktion (Update 13.09.)
In wenigen Tagen jährt sich zum 23. Mal das rassistische Pogrom von Hoyerswerda. Im September 1991 griff ein Mob von Neonazis und vermeintlich „ganz normalen“ BewohnerInnen der Stadt über mehrere Tage die in Hoyerswerda lebenden DDR-VertragsarbeiterInnen aus Mosambik und Vietnam sowie Asylsuchenden an. Die Betroffenen erhielten nur wenig Schutz und Unterstützung – sie mussten die Stadt verlassen.
Jedes Jahr erinnern wir, die Initiative „Pogrom 91“, an das rassistische Pogrom und die Situation der Betroffenen. In diesem Jahr brauchen wir dafür eure Unterstützung.
Geplant ist eine bundesweite Plakatieraktion. Wir bereiten Erinnerungsplakate vor und schicken sie euch in eure Stadt. In der Woche des rassistischen Pogroms sollen in ganz Deutschland die Plakate verklebt werden. Wir würden uns freuen, wenn uns aus jeder Stadt Fotos mit den verklebten Plakaten erreichen, die wir veröffentlichen können. Im Oktober planen wir eine kleine Ausstellung mit den Motiven im Rahmen von Infoabenden in Dresden und Berlin.
Hier weiterlesen: 23. Jahrestag des rassistischen Pogroms von Hoyerswerda - Aufruf zu bundesweiter Plakatieraktion (Update 13.09.).
Text: Versteinertes Versagen - Tuer zu
Am kommenden Freitag wird in Hoyerswerda ein Denkmal in Erinnerung an die Ereignisse vom Herbst 1991 errichtet. Die Initiative “Pogrom 91” fordert ein solches Denkmal schon seit 2011, hat jedoch deutliche Kritik am Entwurf der Stadt Hoyerswerda, der nun umgesetzt wird. Dazu veröffentlichten wir bereits 2013 den Text “Versteinertes Versagen – Tür zu”.
21 Jahre nach den pogromartigen Ausschreitungen gegen die Wohnunterkünfte von Asylsuchenden und VertragsarbeiterInnen soll nun in Hoyerswerda ein dauerhaftes Denkmal an die rassistische Gewalt entstehen. Anstatt jedoch an die Betroffenen von damals zu erinnern und sich einer kritischen Aufarbeitung und der eigenen Rolle zu widmen, lässt sich die Stadt eine “Offene Tür” als Symbol für ihre “Gastfreundschaft” zimmern.
Hier weiterlesen: Versteinertes Versagen – Tür zu.
Pressemitteilung: Kritik an Denkmal der Stadt Hoyerswerda an Herbst 1991 - Rebebeitrag bei Eroeffnung
Am morgigen Freitag wird in Hoyerswerda ein Denkmal in Erinnerung an die Ereignisse vom Herbst 1991 errichtet. Es geht auf eine Forderung der Initiative “Pogrom 91” zurück, die sich seit 2011 für einen Ort der Erinnerung in Hoyerswerda einsetzt, u.a. mit zwei Demonstrationen und bundesweiten Infoveranstaltungen. Die Stadt Hoyerswerda hatte daraufhin einen Wettbewerb zur Gestaltung des Denkmals ausgerufen, an dem sich auch “Pogrom 91” beteiligte. Die Gruppe kritisiert den Entwurf, der umgesetzt wird.
Hier weiterlesen: Pressemitteilung: Kritik an Denkmal der Stadt Hoyerswerda an Herbst 1991 - Rebebeitrag bei Eröffnung.
Interview zum 23. Jahrestag von 1991 vom Wochenkurier Hoyerswerda
Redebeitrag zur Einweihung des Denkmals an den Herbst 1991 in Hoyerswerda

Hoyerswerda 1991: Nichts und niemand ist vergessen!
Das rassistische Pogrom von Hoyerswerda vor 23 Jahren gilt als Synonym rechter Gewalt in Deutschland nach der Wiedervereinigung. Es steht für das soziale und politische Klima einer Stadt, in der BürgerInnen und Neonazis ohne wirksame Gegenwehr und unter den Augen von Justiz und Polizei tagelang MigrantInnen angriffen, bis diese aus der Stadt gebracht wurden.
Am 17. September 1991 begann ein Mob von Neonazis die Heime der Asylsuchenden und VertragsarbeiterInnen in Hoyerswerda zu attackieren. Tagelang warfen sie Flaschen, Steine und Molotowcocktails. BürgerInnen dieser Stadt unterstützten sie zu Hunderten mit Applaus und Parolen, nur sehr wenige stellten sich dagegen. „Brennt die Bude doch ab“, „Kalaschnikow her und reinhalten“, tönte es aus der Menge. Ein Betroffener der Angriffe schilderte die Situation: „Jedes mal, wenn wir rausgehen, greifen sie uns an, wir haben Angst um unser Leben, uns hilft auch nicht die Polizei.“ Die HeimbewohnerInnen wurden schließlich aus der Stadt gebracht, teilweise direkt zur Abschiebung. Der rassistische Mob hatte gesiegt.
Hier weiterlesen: Redebeitrag zur Einweihung des Denkmals an den Herbst 1991 in Hoyerswerda.
Nazis stoeren bei Denkmaleinweihung in Hoyerswerda
In Hoyerswerda wurde am vergangenen Freitag ein Denkmal in Erinnerung an die Ereignisse vom Herbst 1991 errichtet. Auf der offiziellen Veranstaltung zur Einweihung des Denkmals sprach auch die Initiative “Pogrom 91”. Die Gruppe setzt sich bereits seit 2011 für ein solches Denkmal ein, kritisierte aber die Gestaltung des Erinnerungsortes. Außerdem redeten der Hoyerswerdaer Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU), der ehemalige sächsische Ausländerbeauftragte Martin Gillo (CDU) sowie die Künstlerin Martina Rohrmoser-Müller, welche das Denkmal entworfen hat. Während der gesamten Veranstaltung mit rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern posierten stadtbekannte Nazis mit einschlägigen T-Shirt-Motiven vor den zahlreichen Kameras, die auf die Rednerinnen und Redner direkt am Denkmal gerichtet waren. An ihnen störte sich lediglich der Sprecher der Initiative “Pogrom 91”.
Weiterlesen auf: addn.me.
Frankfurter Rundschau: Verklemmtes Gedenken
Das Denkmal “Offene Tuer, offenes Tor” in Hoyerswerda soll an den Herbst 1991 erinnern.
Von K. Erik Franzen
Hoyerswerda? Da war doch was. Ach ja, 1991, Angriffe von Rechtsradikalen auf Asylbewerber und Vertragsarbeiter. Und hunderte Schaulustige johlten dazu. Dunkeldeutschland. Danach kamen Rostock, Solingen, Mölln. So lautet das simple Erinnerungsmuster der meisten, noch heute.
Stefan Skora steht am Rande des Zentralparks, Ecke Straße des Friedens und Dr.-Wilhelm-Külz-Straße. 23 Jahre nach den Exzessen gegen ausländische Bewohner in Hoyerswerda weiht der CDU-Oberbürgermeister das Denkmal mit dem sperrigen Namen „Offene Tür, offenes Tor“ ein. Es besteht aus einem drei Meter hohen, schlichten Basaltrahmen mit der Inschrift „Hoyerswerda vergisst nicht – wir erinnern“. Auf der Rückseite steht „Herbst 1991“. Eingefasst ist ein Glasregenbogen. Wer ist Hoyerswerda, wer vergisst was nicht?
Weiterlesen auf: fr-online.de.
Mitschnitt und Fotos: Vortrag und Ausstellung zur Erinnerung an Hoyerswerda 1991 in Berlin, Dresden, Leipzig, Rostock und Ilmenau
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Mit einem Vortrag und einer Ausstellung anlässlich des 23. Jahrestag Jahrestages von Hoyerswerda 1991 besuchte die Initiative “Pogrom 91” die Städte Berlin, Dresden, Leipzig, Rostock und Ilmenau.. In allen Städten wurde eine Ausstellung zur diesjährigen Erinnerungsaktion an Hoyerswerda 1991 gezeigt. “Pogrom 91” hatte verschiedene Gruppen in ganz Deutschland aufgerufen, Erinnerungsplakate zu verkleben, ausgetellt wurden Fotos der Plakate sowie Bilder von Graffiti in Gedenken an den Herbst 1991.
Mitschnitt des Vortrags im AZ Conni in Dresden (Download)
Hier weiterlesen: Mitschnitt und Fotos: Vortrag und Ausstellung zur Erinnerung an Hoyerswerda 1991 in Berlin, Dresden, Leipzig, Rostock und Ilmenau.
Bilder: Bundesweite Plakatieraktion in der Woche des rassistischen Pogroms von 1991
In der Woche des rassistischen Pogroms von Hoyerswerda sollen in ganz Deutschland Plakate verklebt werden, die an die Ereignisse erinnern und auf denen u.a. zu lesen ist: “An Hoyerswerda erinnern heißt heute: ein offensiver Umgang mit Neonazis und rechter Hegemonie, eine klare Positionierung gegen jeden Rassismus, Anerkennung und Entschädigung Betroffener rechter Gewalt, Forderung der Rücknahme aller Asylrechtsänderungen von 1993 und Bleiberecht für alle!”
Wir sammeln hier Fotos der Plakate aus den verschiedenen Städten, die sich beteiligen, die besten Bilder werden wir im Rahmen von zwei Ausstellungsabenden in Dresden und Berlin zeigen. Außerdem wird die Gruppe mit dem kreativsten oder außergewöhnlichsten Motiv nach Hoyerswerda zu einer Stadtführung zu 1991 eingeladen.”
Potsdam: Banner-Aktion beim Spiel des SV Babelsberg 03 am 12. September 2014

Fans des SV Babelsberg 03 aus Potsdam erinnerten mit einer Aktion an das rassistische Pogrom von Hoyerswerda (Quelle: turnus.net).
Anschließend starteten sie eine beeindruckende Choreo mit dem Titel “Refugees Welcome!”
Berlin



Infoladen Zittau

AKuBiZ Pirna

Wir unterstützen die Kampagne von @InitiativeP91 #Hoyerswerda #pogrom91 pic.twitter.com/1EQgs632qH
— AKuBiZ e.V. (@akubiz) 18. September 2014Bremen

Falkensee

Burgenlandkreis

Goerlitz

Kamenz

Kiel




Weitere Infos zu der Aktion auf: Indymedia Linksunten.
Finsterwalde


Dresden

Leipzig

Am 25.10. nach Leipzig zur Demonstration “Erinnern heißt Kämpfen!” – Infos gibt es auf: rassismus-toetet-leipzig.org.
Dresden: Solo Ultras

Herzogtum Lauenburg

Rostock



Die letzten beiden Fotos wurden vor dem sogenannten Sonnenblumenhochhaus in Rostock-Lichtenhagen aufgenommen, mehr Infos zum Sonnenblumenhochhaus gibt es auf: Wikipedia.


