Initiative "Pogrom 91"

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Initiative Pogrom 91 reicht Denkmalsentwurf bei Stadt Hoyerswerda ein

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Die Initiative “Pogrom 91” hat am heutigen 30. Oktober 2012 einen Denkmalsentwurf in Erinnerung an das rassistische Pogrom von 1991 an die Stadt Hoyerswerda verschickt. Damit beteiligt sich “Pogrom 91” an einem von der Stadt ausgeschriebenen künstlerischer Wettbewerb unter dem Motto: „Hoyerswerda vergisst nicht – wir erinnern“.

Im Entwurf von “Pogrom 91” heißt es:

Die Erinnerung an die Ereignisse vom September 1991 soll an den Orten sichtbar sein, an welchen sich die rassistischen Angriffe von 1991 ereignet haben. Es soll deshalb zwei Orte des Erinnerns geben: den Standort des ehemaligen Asylsuchendenheims in der Thomas-Müntzer-Straße und das ehemalige Wohnheim der Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeiter in der Albert-Schweitzer-Straße. Der Gedenkort am ehemaligen VertragsarbeiterInnenheim soll jedoch nicht im Wohngebiet auf der Albert-Schweitzer- Straße, sondern an der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße errichtet werden.

Inhaltlicher Kern an beiden Gedenkorten sind Stelen mit der Aufschrift:

In Erinnerung an das rassistische Pogrom von Hoyerswerda im September 1991.

September 1991: Tagelang griffen Nazis und BürgerInnen Hoyerswerdas zwei Wohnheime von VertragsarbeiterInnen und Asylsuchenden mit Steine, Flaschen und Molotowcocktails an – bis diese schließlich evakuiert werden mussten. Die BewohnerInnen der Heime mussten während der Angriffe um ihr Leben fürchten.

Der Text soll auf transparente Flächen gedruckt werden. Die durchsichtige Gestaltung soll einen Blick auf die Orte des Geschehens ermöglichen, um gedanklich einen Bezug zum hier und jetzt zu unterstützen. „Würde ich einschreiten, wenn ich eine rassistische Gewalttat beobachte?“, „Wie reagiere ich heute, wenn ich rassistische Äußerungen vernehme?“ oder „Wie geht es den Betroffenen von 1991 eigentlich heute?“, soll sich der Betrachter oder die Betrachterin fragen. In das Denkmal sind ein Stein und die Scherbe einer Flasche mit eingearbeitet, sie stehen symbolisch für die Steine und Molotowcocktails, mit denen die Nichtdeutschen in ihren Häusern angegriffen wurden. Die Initiative „Pogrom 91“ hat bereits im Jahr 2011 eine solche Stehle entworfen, ein Foto finden Sie im Anhang der Bewerbung.

Neben den Stelen sollen die Gedenkorte um eine Dimension erweitert werden, welche sie zu „Stolpersteinen“ machen. Es sollen zwei Orte entstehen, an denen spürbar ist, dass sich Geschichte mit drastischen Folgen ereignet hat. Hierfür sollen die Straße und die Fußwege vor den Gedenkstehlen in der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße und in der Thomas-Müntzer-Straße mit gefärbten Bremsschwellen ausgelegt werden. Damit soll der Verkehr vor den beiden Orten der Angriffe von 1991 gebremst werden. Auf beiden Straßen sollen sieben dieser Schwellen errichtet werden – eine für jeden Tag des rassistischen Pogroms, welches sich vom 17. September bis zum 23. September 1991 ereignete.

Diskussion am Montag in Hoyerswerda: Richtig Gedenken - aber wie?

Am 22. Oktober 2012 findet 18 Uhr eine Diskussionsrunde zu dem Thema “Hoyerswerda - Richtig Gedenken - aber wie?” im Büro der linken Bundestagsabgeordneten Caren Lay in Hoyerswerda (Dietrich-Bonhoeffer-Str.4) statt.

Die Initiative “Pogrom 91” organisierte bereits zwei antirassistischen Demonstrationen in Hoyerswerda um ihre Forderung nach einem Denkmal und die Entschädigung der Betroffenen zu unterstreichen. Sind diese Forderungen berechtigt und ist dies der richtige Weg? Darüber diskutieren mit dem interessierten Publikum MdB Caren Lay (Fraktion DIE LINKE im Bundestag), MdL Heiderose Gläß (Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag), Ralf Haenel (Fraktion DIE LINKE im Stadtrat Hoyerswerda), Jens Thöricht (Mitglied des Vorstandes der LINKEN. Sachsen) und ein Vertreter der Initiative “Pogrom 91”.

Hinweis:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige Menschen verachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Neonazis bedrohen Paar in Hoyerswerda in ihrer Wohnung - Polizei schaute zu

Wie die Lausitzer Rundschau berichtete versuchten in der vergangenen Woche Neonazis in Hoyerswerda in die Wohnung eines Paares einzubrechen, welches laut der Zeitung “dem linken Spektrum angehört”.

Der Initiative “Pogrom 91” wurde ein Augenzeugenbericht zugeschickt:

Am Abend des 17.10.2012 versuchten sich in Hoyerswerda ca. 15 einschlägig bekannte Neonazis, gewalttätig Zugang zu einem Haus zu verschaffen, um eine darin lebende Person anzugreifen. Dabei schallten die üblichen rechten Parolen durch die Straßen. Die daraufhin alarmierte Polizei traf mit 7 Beamten ein, die aber in das Geschehen aufgrund von Selbstgefährdung nicht eingriffen. Die Person wurde unter den Augen der Polizei, weiterhin bedroht und beleidigt.

Die rechte Gruppe hätte im Hausflur des Paares die Glühbirnen herausgedreht, um im Dunkeln angreifen zu können, berichtete Staatsanwalt Christopher Gerhardi der Lausitzer Rundschau. Die Polizei notierte sich nach dem Übergriff die Personalien von elf Neonazis aus der Region, meldete die Deutsche Presse-Agentur dpa.

Presseschau - Die antirassistische Gedenkdemo in den Medien

Am vergangenen Samstag fand die antirassistische Demonstration „Keine Ruhe für Hoyerswerda!“ der Kampagne „Rassismus tötet!“ und der Initiative „Pogrom 91“ in Hoyerswerda statt. An der Gedenkdemo nahmen 500 Menschen teil. Darüber hinaus berichteten alle wichtigen regionalen Medien über die Ereignisse, auch die bundeweiten Tageszeitungen taz und Die Welt veröffentlichten Beiträge auf ihren Internetseite.

Die drei Nachrichtenagenturen dpa, dapd und epd berichteten zur Demonstration, die dpa-Meldung erschien auf den Internetseiten der Leipziger Volkszeitung, der Dresdner Neuesten Nachrichten, der Sächsischen Zeitung und auf Bild.de. Auf Bild.de ist allerdings fälschlicherweise von nur 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Demonstration zu lesen, alle anderen Medien berichteten von 440 bis 450. Die dapd Meldung erschien auf der Homepage der Welt. Die taz veröffentlichte auf ihrer Internetseite eine Meldung der epd.

Auch der MDR war vor Ort: die Rundfunkanstalt der ARD berichtete zu Hoyerswerda im MDR Sachsenspiegel des MDR Fernsehens. Ein Radiobeitrag zur Demo „Keine Ruhe für Hoyerswerda“ wurde auf MDR 1 Radio Sachsen ausgestrahlt. Ein Bericht erschien darüber hinaus auf der Internetseite des MDR.

Ein ausführlicher Bericht zur Demonstration mit einer Bilderstrecke ist auf der Internetseite der Lausitzer Rundschau zu lesen, welche in einem weiteren Beitrag die Auseinandersetzung um den Umgang mit dem rassistischen Pogrom in Hoyerswerda beschreibt. Auch die Sächsische Zeitung Hoyerswerda berichtete und veröffentlichte ihren Beitrag mit einer Bildstrecke auf ihrem Blog die hoyerswerdsche.

Filmerinnen und Filmer von Leftvision begleiteten die Demo und veröffentlichten ein Video zur Demonstration “Keine Ruhe für Hoyerswerda!” auf Youtube. In dem Beitrag wird über Hintergründe der Ereignisse von 1991 und den Umgang der Stadt mit dem rassistischen Pogrom berichtet. Zahlreiche Fotos zur Demonstration und zu Impressionen aus Hoyerswerda stellten PM Cheung , Christian Jäger und Theo Schneider ins Netz.

Caren Lay, Mitglied des Bundestages (Die Linke): Buergerbuero in Hoyerswerda mit gesundheitsgefaehrdender Chemikalie angegriffen

Nach der antirassistischen Demonstration “Keine Ruhe für Hoyerswerda!” wurde das Bürgerbüro der Bundestagsabgeordneten Caren Lay (Die Linke) erneut Ziel von Neonazis. Am Abend des 22. September beschmierten sie den Briefkasten und die Fensterscheiben des Büros mit einer Flüssigkeit, die Glasscherben enthielt. “Die Polizei geht davon aus, dass es sich um zerstoßene Neonröhren handelt, die gesundheitsgefährdend sind und damit der Tatbestand der versuchten Körperverletzung vorliegt”, so Caren Lay in einer Pressemitteilung. In der selben Nacht griffen Neonazis auch das soziokulturelle Zentrum “Kulturfabrik” an. Bereits vor der Demonstration war das Bürgerbüro der Bundestagsabgeordneten Caren Lay (Die Linke) in Hoyerswerda mehrfach von Neonazis beschmiert worden.

Bürgerbüro mit gesundheitsgefährdender Chemikalie angegriffen

Am Abend des 22. Septembers wurde das Bürgerbüro der Abgeordneten und stellvertretenden Parteivorsitzenden Caren Lay erneut von Unbekannten beschädigt. Dazu erklärt die Bundestagsabgeordnete Caren Lay (DIE LINKE):

„Mit den vielzähligen Vorfällen den letzten Wochen, welche von Aufklebern über Schmierereien bis hin zu Hakenkreuz-Bemalungen reichten, erreichten die Übergriffe auf mein Büro eine neue Quantität.

Eine neue Qualität ist es aber, eine Flüssigkeit auf die Fensterscheiben und den Briefkasten aufzubringen, die Glasscherben enthält. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um zerstoßene Neonröhren handelt, die gesundheitsgefährdend sind und damit der Tatbestand der versuchten Körperverletzung vorliegt.

Ich bin erschüttert darüber, dass die Täter vor versuchter Körperverletzung nicht halt machen und sorge mich um meine Mitarbeiterin und die Genossen vor Ort.

Ich gehe klar davon aus, dass dieser Zwischenfall rechtsmotiviert ist und im Zusammenhang mit der antifaschistischen Demonstration steht, die am Sonnabend in Hoyerswerda stattgefunden hat. Auch die Zwischenfälle an der Kulturfabrik (KuFa) sprechen eine klare Sprache.“

Die Lausitzer Rundschau und die Sächsische Zeitung berichteten über den Vorfall.

Pressemitteilung: Naziangriff auf soziokulturelles Zentrum in Hoyerswerda nach antirassistischer Demonstration - Konzert unter Polizeischutz

20 bis 25 Neonazis haben in der Nacht von Samstag zu Sonntag das soziokulturelle Zentrum Kulturfabrik in Hoyerswerda angegriffen, in dem ein Konzert stattfand. Wenige Stunden zuvor waren 500 Menschen zu einer antirassistischen Demonstration unter dem Motto „Keine Ruhe für Hoyerswerda!“ in der Stadt.

Ein Augenzeuge, der zu seinem Schutz nicht namentlich genannt werden möchte, berichtete gegenüber der Initiative „Pogrom 91“ und der Kampagne „Rassismus tötet!“ zu dem Überfall: „Gegen 22:45 Uhr erschien plötzlich eine Gruppe von ca. 20-25 Personen des rechtsextremen Spektrums - einige unter ihnen vermummt - die in einem Block auf den Haupteingang der Kulturfabrik zukamen. Die Stimmung war sehr aggressiv und der Eindruck war, dass eine Stürmung der Veranstaltung unmittelbar bevor stand. Da die Neonazis von einer Stürmung der Veranstaltung absahen, entstand der Eindruck, dass Sie es auf einschüchternde Präsenz sowie gezielt auf Personen abgesehen hatten, die ihnen vorher im Zusammenhang mit der Demonstration in Hoyerswerda aufgefallen waren. Ein Mitarbeiter der Kulturfabrik berichtete später, dass er über die Aggressivität der Gruppe schockiert war, die noch über die Reihe von Polizisten/innen hinweg versucht hatten, einzelne Personen zu schlagen und zu bedrohen. Ein Teil der Gruppe soll wohl noch bis ca. 2 Uhr nachts grölend und unter polizeilicher Beobachtung durch die Neustadt von Hoyerswerda gezogen sein.“

Die Demonstration „Keine Ruhe für Hoyerswerda!“ in Erinnerung an das rassistische Pogrom von 1991 wurde ebenfalls von Neonazis gestört. An einem der Wohnblöcke, an dem 1991 der rassistische Mob tobte, sang eine Gruppe von etwa 25 Neonazis lautstark das volksverhetzende sogenannte U-Bahn-Lied: „Eine U-Bahn von Hoyerswerda bis nach Auschwitz bauen wir“. Zwei Personen zeigten vom Balkon einer Wohnung den Hitlergruß.

Dazu Martin Peters, Pressesprecher der Kampagne „Rassismus tötet!“: „Es ist bezeichnend, dass auch 21 Jahre nach dem rassistischen Pogrom, Neonazi-Gewalt und –Lifestyle in Hoyerswerda zur Stadt dazugehören. Die Neonazis, welche die Kulturfabrik angegriffen haben, sind die Erben des Pogroms von 1991. Daher werden wir auch weiterhin kontinuierlich Rassismus und rechten Einstellungen offensiv entgegentreten – dazu gehört auch die Erinnerung an das rassistische Pogrom von 1991. Wir fordern, dass sich auch Stadt und Zivilgesellschaft eingestehen, dass es in Hoyerswerda immer noch Rassismus und Neonazis gibt. Weil Stadt und Zivilgesellschaft rechte Aktionen immer wieder relativieren und verharmlosen, sind sie mit dafür verantwortlich. Wir fordern von ihnen deshalb, sich klar gegen den Rassismus und die Neonazis in ihrer Stadt zu positionieren – damit diese Aufgabe nicht wieder 500 angereiste Demonstrierende für sie übernehmen müssen.“

Pressemitteilung: 500 auf Gedenkdemo an Hoyerswerda 1991, Neonazis singen volksverhetzendes „U-Bahn“-Lied

500 Menschen haben heute in Hoyerswerda für ein Denkmal an das rassistische Pogrom von 1991 und für eine Entschädigung der Betroffenen demonstriert. In Redenbeiträgen wurde der rassistische Polizeimord an Oury Jalloh in Dessau, rassistische Gewalt in Deutschland und die Situation von Flüchtlingen thematisiert. Die Demonstrierenden erinnerten mit Rufen wie „Wo wart ihr 91?“ daran, dass 1991 nicht nur offensichtliche Neonazis, sondern auch vermeintlich ganz normale Hoyerswerdaerinnen und Hoyerswerdaer die Wohnheime der Flüchtlinge und Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeiter angriffen haben.

Neonazis hatten über Facebook und Schmierereien in der Stadt angekündigt, die Demonstration zu stören. Am ehemaligen Vertragsarbeiterheim in der Albert-Schweitzer-Straße bepöbelten etwa 25 von ihnen die Demonstrierenden. Sie sangen unter anderem das volksverhetzende U-Bahn-Lied: „Eine U-Bahn von Hoyerswerda bis nach Auschwitz bauen wir“.

Mathias Buchner, Pressesprecher der Initiative „Pogrom 91“ kommentierte: „Es war schon vor unser Demo ein großer Erfolg, dass 1991 in den Hoyerswerdaer Medien tagelang ein Thema war. Bevor wird die Ereignisse im vergangenen Jahr erstmals aufgegriffen hatten, wurde 20 Jahre lang dazu geschwiegen. Dass 500 Menschen unter anderem aus Berlin, Dresden, Leipzig, Cottbus, Rostock und Mölln angereist waren, bestärkt uns in unseren Forderungen. Auch wenn es Bürgermeister, Stadtrat und Sächsische Zeitung gern leugnen: Nazis sind in Hoyerswerda sofort vor Ort, wenn ihre rechte Hegemonie zum Beispiel mit einer antirassistischen Demonstration gebrochen wird. Wir werden auch im nächsten Jahr wieder in Hoyerswerda sein: damit das rassistische Pogrom von 1991 nicht wieder in Vergessenheit gerät.“

Pressemitteilung: Neonazis machen gegen Gedenkdemonstration am 22. September mobil

Neonazis mobilisieren zu Gegenaktionen gegen die morgen stattfindende Demonstration „Keine Ruhe für Hoyerswerda!“ der Initiative „Pogrom 91“ und der Kampagne „Rassismus tötet!“. Wie die Kampagne „Rassismus tötet!“ auf ihrer Internetseite schreibt, kursiere auf sozialen Netzwerken im Internet seit drei Wochen ein Aufruf, dass man „Linken Zecken“ zeigen wolle, „das Hoyerswerda in nationaler Hand bleibt“. „Wir werden keine Mühe scheuen die linken Idioten an ihrem Aufmarsch zu hindern oder eine spontane Gegendemo zu initiieren […] Wir müssen hier unbedingt ein Zeichen setzen, damit Hoyerswerda nicht im roten Sumpf unserer Volksverräter untergeht.“, so die Neonazis. Caren Lay, Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, sieht sich ebenfalls Bedrohungen ausgesetzt. In einer gestern veröffentlichen Pressemitteilung schreibt sie: „Mein Büro ist in den letzten 2 Wochen mehr als zehnmal Ziel von rechten Angriffen geworden. Diese reichen vom Anbringen von Aufklebern von ,Autonome Nationalisten Hoyerswerda‘ und ,Freies Netz‘ über das Besprühen des Briefkastens bis hin zu Hakenkreuz-Schmierereien auf den Fensterscheiben“.

Als im vergangenen Jahr drei Betroffene des rassistischen Pogroms von 1991 in Hoyerswerda zu Besuch waren, wurde ihnen von Neonazis mit Gewalt gedroht. Eine Schweigeminute für Mordopfer rechter Gewalt auf einer Demonstration der Initiative „Pogrom 91“ wurde 2011 von Neonazis mit Parolen gestört, sie versuchten außerdem, die Demonstrierenden anzugreifen. Zuvor hatten die Neonazis auf Facebook zu Störaktionen mobilisiert.

Der Pressesprecher der Initiative „Pogrom 91“ Mathias Buchner dazu: „Hoyerswerda hat auch 2012 ein Problem mit Neonazis. Dieses Problem klar zu benennen, wäre ein wichtiger Schritt, ihm offensiv zu begegnen. Damit haben viele öffentliche Akteure in Hoyerswerda Schwierigkeiten und Verdrängung haben sie bereits 1991 gelernt – bis heute weigert sich u.a. der Bürgermeister und der Stadtrat die Ereignisse vom September 1991 als das zu benennen, was sie waren: ein rassistisches Pogrom. Wir fordern eine selbstkritische Auseinandersetzung statt Image- und Standortpolitik. Wir fordern ein Denkmal an das rassistische Pogrom und wollen darauf nicht noch ein weiteres Jahr warten, denn bereits vor genau einem Jahr haben drei Betroffene von 1991 die Forderung nach einem Denkmal an den Bürgermeister herangetragen. Wir fordern eine Entschädigung der Betroffenen von 1991.“

Die Demonstration „Keine Ruhe für Hoyerswerda“ beginnt am Samstag, den 22. September, um 15 Uhr am Bahnhof Hoyerswerda. Sie sind herzlich dazu eingeladen. Wir bitten alle interessierten Journalist_innen, sich am Lautsprecherwagen zur Akkreditierung zu melden. Dort erhalten sie auch Pressemappen. Wir stehen Ihnen vor und während der Demonstration jederzeit für Pressegespräche zur Verfügung.