Initiative "Pogrom 91"

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Pressemitteilung: Podiumsdiskussion am 28. September 2013 in Hoyerswerda: 22 Jahre nach dem Pogrom 1991 - Wie konnte es dazu kommen? Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in der DDR.

Heute vor 22 Jahren ereignete sich das rassistische Pogrom von Hoyerswerda. Die Initiative „Pogrom 91“ veranstaltet in Erinnerung an die Ereignisse in Kooperation mit der Initiative Zivilcourage Hoyerswerda eine Podiumsdiskussion unter dem Titel: „Hoyerswerda wie konnte es dazu kommen? Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in der DDR“. Die Veranstaltung wird am 28. September 2013 um 16.00 Uhr im Martin-Luther-King-Haus Hoyerswerda stattfinden.

Es diskutieren Historiker Dr. Harry Waibel, der zu Neonazis in der DDR promovierte, und die Filmemacherin und Autorin Angelika Nguyen. Sie produzierte mit „Bruderland ist abgebrannt“ eine Dokumentation über das Leben von vietnamesischen MigrantInnen in Ostdeutschland und beschrieb im Sammelband „Kaltland“ wie sie als Kind deutsch-vietnamesischer Eltern Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in der DDR erlebte. Vor der Diskussion erläutert „Pogrom 91“ in einem kurzen Einführungsvortrag Hintergründe zum rassistischen Pogrom von 1991. Thema ist dabei auch die Kritik an der mangelnden Gedenkpolitik der Stadt.

In der sächsischen Kleinstadt Hoyerswerda wurden vor 22 Jahren VertragsarbeiterInnen und Asylsuchende von einem Mob aus Neonazis und vermeintlich „ganz normalen Deutschen“ angegriffen und mussten die Stadt verlassen. Die Attacken von Hoyerswerda bildeten den Anfang einer Kette rassistischer Ausschreitungen, in die sich das Pogrom in Rostock-Lichtenhagen und die Brandanschläge von Mölln und Solingen einreihten. Als Resultat von 1991 wurde Hoyerswerda “ausländerfrei“. Nach der Welle von rassistischen Gewalttaten, die von Hoyerswerda ausging, beschloss der Deutsche Bundestag 1993 die faktische Abschaffung des Grundrechts auf Asyl. Auch Jahre nach 1991 wurden keine größeren Gruppen von Asylsuchenden mehr in der sächsischen Kleinstadt aufgenommen. Es kann auch heute nicht davon ausgegangen werden, dass sie sich sicher und geschützt vor Angriffen durch Neonazis und RassistInnen in der Stadt aufhalten könnten. „Noch immer leben in Hoyerswerda militante Neonazis, gegen die in der Stadt nicht entschieden genug vorgegangen wird. Die Neonazis können selbstbewusst weiter Jagd auf Menschen machen, die Betroffenen werde allein gelassen. Vor nicht einmal einem Jahr musste ein junges Pärchen die Stadt verlassen, die in der Stadt Nazi-Sticker entfernt hatten und für ihre Einstellung von Nazis in ihrem Wohnhaus bedroht wurden. Die Polizei schaute zu, als die Rechten das Wohnhaus des Pärchens belagerten und äußerte öffentlich, sie könne die Beiden nicht schützen“, sagt Mathias Buchner von „Pogrom 91“. Auch das Bürgerbüro der Bundestagsabgeordneten Caren Lay (Die Linke) in Hoyerswerda wird regelmäßig von Rechten angegriffen. Für Menschen, die sich gegen Nazis engagieren, ist in Hoyerswerda kein Platz. Für den Hoyerswerdaer Bürgermeister sind Übergriffe wie der auf das junge Pärchen im vergangenen Jahr in erster Linie Imageprobleme.

Die Initiative “Pogrom 91” erinnert inzwischen zum dritten Mal in Folge an das rassistische Pogrom von 1991 und fordert, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit entschlossen entgegenzutreten und an das rassistische Pogrom vom September 1991 zu erinnern. Nachdem 2011 und 2012 zwei Demonstrationen anlässlich des rassistischen Pogroms organisiert wurden, liegt der Schwerpunkt in diesem Jahr auf der inhaltlichen Diskussion.

Dazu laden wir Sie, als PressevertreterInnen, recht herzlich ein. Im Anschluss an den inhaltlichen Teil der Veranstaltung wird es einen Barbecue geben, um beim gemeinsamen Essen miteinander ins Gespräch zu kommen. Natürlich stehen wir gern für Presseanfragen zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Jahrestag 2013 finden Sie unter: pogrom91.tumblr.com/Jahrestag-2013

Die Veranstaltenden behalten sich vor nach §6 VersG. von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Pogrom 91 zum 22. Jahrestag von Hoyerswerda im Interview in der Jungle World: Mit Versoehnung tritt man nochmal nach

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Am 17. September jährt sich das rassistische Pogrom von Hoyerswerda zum 22. Mal. Aus diesem Anlass hat die Berliner Wochenzeitung Jungle World in ihrer aktuellen Ausgabe ein Interview mit der Initiative „Pogrom 91“ veröffentlicht. Die Jungle World befragte „Pogrom 91“ zum geplanten Denkmal an die Ereignisse von 1991 und zum aktuellen Umgang mit dem rassistischen Pogrom, mit Nazis und Rassismus in Hoyerswerda. Das Interview ist auch auf der Internetseite der Jungle World nachzulesen.

In dieser Woche jährt sich der Beginn der Pogrome im sächsischen Hoyerswerda 1991. Die Initiative „Pogrom 91“ erinnert auch in diesem Jahr mit einer Veranstaltung in der Stadt an die rassistischen Angriffe auf Flüchtlinge und Vertragsarbeiter. Lisa und Mathias gehören der Initiative an.

Welche Rolle spielen die Pogrome für die Öffentlichkeit in Hoyerswerda?
Lisa: Bevor die Initiative ins Leben gerufen wurde, haben sie niemanden mehr interessiert. „Pogrom 91“ hat aber fundierte Arbeit geleistet, Demonstrationen veranstaltet und einen Denkmalsentwurf vorgestellt. Die Stadt wurde so gepiesackt, dass sie sich wieder damit beschäftigt hat.

Wie hat der Entwurf ausgesehen?
Mathias: Wir haben vor zwei Jahren einen ersten Entwurf angefertigt. Es war eine weiße Stele mit einem Plexiglaskasten, in dem sich eine Schrifttafel befand. Wir haben auf ihr den Begriff „rassistisches Pogrom“ benutzt, weil die Einordnung nicht selbstverständlich ist.

Welche Begriffe kursieren noch?
Mathias: Die Stadt hat eine Stele präsentiert, auf der stand: „In Erinnerung an die extremistischen Ausschreitungen“.

Wurde der Entwurf der Initiative angenommen?
Mathias: Wir sind mit der Forderung nach einem Denkmal an die Öffentlichkeit getreten. Die Stadt hat dann einen Wettbewerb ausgerufen. Der Siegerentwurf sieht aus wie ein Tor mit einem Regenbogen darüber, auf dem Begriffe wie Gastfreundschaft und Versöhnung eingraviert sind. Das ist zynisch. Entschuldigung wäre in Ordnung gewesen, mit Versöhnung tritt man dagegen nochmal nach.

Hat sich inzwischen etwas verändert, was den Rassismus angeht?
Lisa: Die Stadt wurde durch das Pogrom „ausländerfrei“, mehr oder minder ist sie das immer noch. Sie hat nach wie vor ein rechtes Problem. Im vergangenen Jahr haben Nazis damit begonnen, regelmäßig das Büro von Caren Lay von der Linkspartei anzugreifen, ein Paar musste aus der Stadt fliehen, weil es massiv von Nazis angegriffen wurde und die Polizei untätig geblieben ist. Zurzeit soll der Landkreis Bautzen mehr Flüchtlinge aufnehmen. Hoyerswerda ist die einzige Stadt im Kreis ohne ein Heim. Die Stadt diskutiert nun, ob sie wieder bereit ist, Flüchtlinge aufzunehmen.

Tut die Stadt etwas gegen ihr Naziproblem?
Mathias: Vom Bürgermeister gibt es nur Lippenbekenntnisse, ein entschlossenes Eingreifen gegen Nazis hingegen nicht.

Interview: Markus Ströhlein

22 Jahre nach dem Pogrom 1991 - Wie konnte es dazu kommen?

Eine Podiumsveranstaltung in Erinnerung an das rassistische Pogrom von 1991 in Hoyerswerda

28. September 2013// 16 Uhr // Martin-Luther-King-Haus// Bonhoeffer Straße // Hoyerswerda (Neustadt)

Es diskutieren:

Dr. Harry Waibel - Historiker und Autor, promovierte zu Rechtsextremismus in der DDR

Angelika Nguyen - Filmwissenschaftlerin und Autorin, drehte 1991 einen Doku-Film über vietnamesische Migrant*innen in Ostdeutschland “Bruderland ist abgebrannt”, dazu veröffentlichte sie auch einen Text im Sammelband “Kaltland”

Außerdem: Input- Vortrag zu Hoyerswerda 1991 und nach der Podiumsdiskussion: Gespräche am Grill.  

Die Veranstaltung findet in Erinnerung an das rassistische Pogrom von 1991 statt, bei dem mehrere Tage lang bis zu 600 Menschen die Bewohner*innen des Asylsuchendenheimes und des Vertragsarbeiter*innenheimes in Hoyerswerda bedrohten und mit Steinen, Flaschen und Molotowcocktails angriffen. Die Attacken waren einer der ersten großen rassistischen Übergriffe nach der Wende 1989 und bildeten den Anfang einer Kette rassistischer Ausschreitungen, in die sich das Pogrom in Rostock-Lichtenhagen oder die Brandanschläge von Mölln und Solingen einreihen. Als Resultat von 1991 wurde Hoyerswerda “ausländerfrei”, der deutsche Mob hatte sein Ziel erreicht. In Konsequenz der Welle von rassistischen Gewalttaten, die von Hoyerswerda ausging, beschloss der Bundestag 1993 die faktische Abschaffung des Recht auf Asyl. An diesem Zustand hat sich bis heute nichts geändert, eher schottet sich Deutschland durch die neuen EU-Regelungen (“sichere” Drittstaaten wie Griechenland) noch stärker gegen Flüchtlinge ab.

Die Initiative “Pogrom 91” erinnert inzwischen zum dritten Mal in Folge an die Ereignisse und fordert, sich mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auseinanderzusetzen und diesem entschlossen entgegenzutreten. Dabei wollen wir die Perspektive der Betroffenen immer im Blick behalten. Nachdem wir 2011 und 2012 zwei Demonstrationen in Erinnerung an das Pogrom organisiert haben, setzen wir dieses Jahr einen wesentlichen Schwerpunkt auf die inhaltliche Diskussion, um den Diskurs um den Umgang mit den Ereignissen von 1991 und die Diskussion um ein Gedenken an das rassistische Pogrom in der Stadt weiter zu beeinflussen.

Die Veranstaltung wird von der Initiative “Pogrom 91” und der Initiative Zivilcourage Hoyerswerda organisiert.

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Die Veranstaltenden behalten sich vor nach §6 VersG. von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Pressemitteilung von Caren Lay, Mitglied des Bundestages (Die Linke): Erneuter Naziangriff auf Linken-Buero in Hoyerswerda

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In der Nacht zum 2. August 2013 wurde das Hoyerswerdaer Bürgerbüro der Bundestagsabgeordneten und Direktkandidatin der LINKEN, Caren Lay, von bisher noch unbekannten Täterinnen und Tätern zum bereits dritten Mal allein in diesem Jahr angegriffen und beschädigt. Dazu Caren Lay:

„In der vergangenen Nacht wurde mein Bürgerbüro in Hoyerswerda erneut von Neonazis angegriffen und massiv beschädigt. Mit diffamierenden und antisemitischen Schmierereien und diversen Aufklebern der JN (Jugendorganisation der NPD) verwüsteten die Täter die gesamte Ladenfront meines Büros. Heute Vormittag haben wir diese Straftat zur Anzeige gebracht und ich hoffe, dass die Täter schnell gefasst werden können.

Selbstverständlich werde ich auch weiterhin in meiner politischen Arbeit und im aktuellen Wahlkampf deutlich Position gegen Nazis und ihre menschenfeindliche Ideologie beziehen. Antisemitische und neonazistische Umtriebe dürfen nicht herunter gespielt oder gar verschwiegen werden. Stattdessen muss Hoyerswerda solche Angriffe aufs Gemeinwesen deutlich zurückweisen und ihnen mit Stärke und Kreativität begegnen. Von der Polizei erwarte ich die Aufklärung der Angriffe und Verfolgung der Täter. Die Art dieser neuerlichen Attacke legt den Verdacht nah, dass es sich hier um dieselben Täter handelt, die in den letzten Tagen auch über 30 Wahlplakate des Oberbürgermeisterkandidaten der LINKEN, Ralph Büchner, beschädigt haben.“

Die Pressemitteilung wurde auf der Internetseite von Caren Lay veröffentlicht: caren-lay.de.

Auch die Lausitzer Rundschau berichtete über den Angriff:

Erneut Angriff auf Linken-Büro
Unbekannte beschmieren Fensterscheiben in der Hoyerswerdaer Bonhoeffer-Straße

Linken-Ortsvereinschef Gerhard Heyme sitzt im Linken-Büro in der Bonhoeffer-Straße und sieht die Polizei anrücken. An der Glasfront des Bürgerbüros haben sich einmal mehr Unbekannte verewigt. Sprüche wie “Eure Tage sind gezählt” oder “Die Lügner” haben die Täter auf die Scheiben geschmiert, dazu kleben dort rund ein halbes Dutzend Aufkleber mit eindeutig rechtem Absender. Auf einem Tisch im Bürgerbüro der Bundestagsabgeordneten Caren Lay liegt ein zerstörtes Wahlplakat mit dem Konterfei von Hoyerswerdas OB-Kandidaten Ralph Büchner. “In dieser Form ist die Linke in Hoyerswerda noch nie angegangen worden”, sagt Heyme, der in den vergangenen Jahrzehnten reichlich Erfahrung in Wahlkämpfen gesammelt hat. Mehr als 30 Plakate von Ralph Büchner sind in der vergangenen Woche im Stadtgebiet zerstört worden. “Früher ist es immer einmal vorgekommen, dass ein, zwei Plakate zerstört worden sind”, sagt Heyme. Doch diese gezielte Zerstörungswut sei selbst für ihn neu.

Dazu kommt noch eine weitere Facette. In der Nacht zum Freitag hat in der Bautzener Allee ein Wahlplakat mit Büchner-Konteifei gebrannt. Unbekannte hatten es gegen 0.45 Uhr in Brand gesteckt. Die Feuerwehr, die in der Hufelandstraße zudem zu Containerbränden gerufen worden war, musste löschen.

Der Übergriff auf das Bürgerbüro von Caren Lay ist bereits der dritte in diesem Jahr. Lay hat die Tat scharf verurteilt. “Von der Polizei erwarte ich die Aufklärung der Angriffe und Verfolgung der Täter”, teilt sie mit. Für sie sei es naheliegend, dass diese Tat und die Zerstörung der Büchner-Plakate zusammenhängen.

Die jüngste Tat ist eine weitere Facette der rechten Übergriffe in Hoyerswerda. Erst Anfang Juli hatte Sachsens Verfassungsschutz-Präsident Gordian Meyer-Plath in Hoyerswerda gesagt, die Gefahr von rechts sei in der Stadt weiterhin sehr akut. Eine Gruppe von 25 Neonazis sei zwar im Fokus der Polizei, jedoch auch sehr gut vernetzt. Sie spürten den Druck der Behörden, so Meyer-Plath, hätten jedoch noch genug Kraft für eigene Aktionen. Sachsens Polizei und Verfassungsschutz haben Hoyerswerda seit vergangenem Herbst wieder stärker im Fokus. Damals hatte eine Gruppe Neonazis ein Hoyerswerdaer Pärchen, das regelmäßig rechte Aufkleber im Stadtbild entfernt hatte, vor deren Wohnung bedrängt. Das Paar war daraufhin nachts geflohen. Etwa einen Monat später hatte ein Fernsehbeitrag über das Paar bundesweit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Als Konsequenz hat die Polizei eine Staatsschutz-Außenstelle in der Stadt installiert.

Beitrag aus der Lausitzer Rundschau online lesen: lr-online.de
Bild: caren-lay.de.

Pogrom 91 dankt den Toten Hosen

Foto: Die Toten Hosen

Am vergangenen Wochenende wurde die Initiative „Pogrom 91“ von den Toten Hosen zum Seenland-Festival bei Hoyerswerda eingeladen. Dank der Vermittlung von Kein Bock auf Nazis und der Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt RAA Sachsen e.V. traf die Gruppe Breiti und Andi von den Toten Hosen. Im Backstage-Bereich des Seenland-Festivals sprachen sie mit “Pogrom 91” und der Opferberatung über ihre Arbeit, Rassismus und Neonazis in der Region und die Pläne der beiden Organisationen für die Zukunft. Auf ihrer Facebookseite schrieben die Toten Hosen: „Die Darstellung ihrer Arbeit hat uns total überzeugt, wir halten beide für sehr gute Initiativen und haben großen Respekt für Leute, die ihre ganze Freizeit dafür opfern oder es zu ihrem Beruf machen, sich gegen Rechts und damit für die Demokratie zu engagieren“. „Es ist wichtig, dass sich Initiativen wie ,Pogrom 91‘ mit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus auseinandersetzen.“ ergänzte Breiti gegenüber der Gruppe. Im Anschluss organisierten die Hosen eine Pressekonferenz mit den beiden Initiativen, an welcher etwa 10 Journalist/innen teilgenommen haben, darüber berichtete u.a. die Sächsische Zeitung.

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Die Toten Hosen unterstützen seit langem Pro Asyl und Kein Bock auf Nazis, welche auf dem Festivalgelände Infostände aufgebaut hatten und Broschüren und Flyer verteilten. Pro Asyl sammelte Unterschriften für ihre gemeinsame Aktion mit den Toten Hosen „Flucht ist kein Verbrechen!“. „Wir danken den Toten Hosen für ihre Unterstützung und ihr Interesse an unserer Arbeit. Wir freuen uns, dass sie zusammen mit Pro Asyl und Kein Bock auf Nazis Präsenz in einer Region gezeigt haben, in der rechte Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit leider viel zu wenig bekämpft werden“, sagte Susi von „Pogrom 91“.

Initiative Pogrom 91 im Interview bei RE:GUBEN

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Die Gruppe RE:GUBEN beschäftigt sich mit dem Tod des Asylsuchenden Farid Guendoul. Farid starb am 13. Februar 1999 auf der Flucht vor einer Gruppe Neonazis in Guben. RE:GUBEN beleuchtet auf vielfältige Weise, welche Folgen der Tod von Farid Guendoul fast eineinhalb Jahrzehnte nach der Tat hat. “Was geschah in jener Nacht? Wie wurde mit der Tat umgegangen? Wie kann Gedenken gestaltet werden? Wie reagieren Politik und Gesellschaft?” lauten die zentralen Fragen der Gruppe.

Ähnliche Fragen stellt auch die Initiative “Pogrom 91” zum rassistischen Pogrom von 1991 in Hoyerswerda. Alexandra Klei von RE:GUBEN interviewte deshalb zwei Mitglieder der Initiative “Pogrom 91” und sprach mit ihnen über den Umgang mit den Ereignissen und die Erinnerung an die Opfer in Hoyerswerda.

Das Interview erschien in zwei Teilen. Der erste steht unter der Überschrift "Das einzige Opfer, das man in Hoyerswerda sieht, ist Hoyerswerda selbst". Den zweiten Teil veröffentlichte RE:GUBEN mit dem Titel "Die sich sich sicher, in dem was sie machen und wie sie die Ereignisse von 1991 bewerten" veröffentlicht. Beide Texte können auf re-guben.de gelesen werden.

(Foto: PM Cheung)

Zeitschrift von Rassismus Toetet mit Text der Initiative Pogrom 91 - Antirassistische Aktionstage 11. bis 18. Mai 2013

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In dieser Woche lohnt sich der Weg zum Zeitungskiosk, denn am gestrigen Donnerstag, den 02. Mai, erschien die neueste Ausgabe der Wochenzeitung Jungle World mit einem Extra: einer 24-seitigen Beilage der Kampagne "Rassismus tötet!". Die Zeitschrift erscheint mit einer Gesamtauflage von 60.000 Exemplaren und liegt auch der Monatszeitung Graswurzelrevolution bei. Von der Initiative „Pogrom 91“ wurde der Text „Versteinertes Versagen – Tür zu“ abgedruckt.

Mit der Zeitschrift mobilisiert die Kampagne “Rassismus tötet!” für ihre Antirassistischen Aktionstage, die in Leipzig, Erfurt, Nürnberg und Berlin veranstaltet werden. Auf Stadtrundgängen, Kundgebungen, Vorträgen, Diskussionen und Workshops geht es u.a. um die rassistische Asylpolitik in Deutschland, Antiziganismus, die Unterbringung von Asylsuchenden in Lagern und Rassismus im Alltag.

Anschließend an die Aktionstage finden am 25. Mai zwei bundesweite antirassistische Demonstrationen in Berlin und Solingen statt. Die Initiative "Fight Racism now!" ruft in Berlin zu einer Demo anlässlich des 20. Jahrestages der faktischen Abschaffung des Grundrechts auf Asyl auf, parallel wird in Solingen an den rassistischen Mordanschlag von 1993 erinnert. Die Kernforderungen von “Fight Racism now!” lauten: „Alle Abschiebungen sofort stoppen! Residenzpflicht abschaffen! Alle Lager sofort schließen!“.

Hier kann die Zeitschrift online gelesen und heruntergeladen werden.

Initiative Pogrom 91 auf facebook

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Die Initiative “Pogrom 91” hat es nach über zwei Jahren auch zu einer eigenen facebook-Seite geschafft. Neuigkeiten zur Arbeit der Gruppe gibt es ab sofort hier: http://www.facebook.com/hoyerswerda.1991. Nachrichten zu den Themen Hoyerswerda, Rassismus und Asylpolitik in Deutschland gibt es weiterhin auch auf unserem Twitter-Account @InitiativeP91. Nachdem unsere Internetseite wochenlang abgeschalten war, ist auch http://pogrom91.tumblr.com wieder online. Tumblr hatte unsere Seite vom Netz genommen, offensichtlich ein Versehen, denn nach einigen Mails haben wir die Seite nun zurück.

Versteinertes Versagen - Tuer zu!

21 Jahre nach den pogromartigen Ausschreitungen gegen die Wohnunterkünfte von Asylsuchenden und VertragsarbeiterInnen soll nun in Hoyerswerda ein dauerhaftes Denkmal an die rassistische Gewalt entstehen. Anstatt jedoch an die Betroffenen von damals zu erinnern und sich einer kritischen Aufarbeitung und der eigenen Rolle zu widmen, lässt sich die Stadt eine „Offene Tür“ als Symbol für ihre „Gastfreundschaft“ zimmern.

Hoyerswerda kann ein positives Presseecho derzeit gut gebrauchen. Seit Monaten steht die Stadt einmal mehr auf Grund nicht abreißender Übergriffe auf alles, was irgendwie links scheint, im Fokus der Öffentlichkeit. Spätestens nachdem ein junges Pärchen im Oktober nach einem „Hausbesuch“ von etwa 15 Neonazis aus der Stadt flüchten musste, weil die Polizei sie nach eigener Auskunft nicht schützen konnte, fühlen sich Einige in die 90iger Jahre zurückversetzt.

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